Am Sonntag, 25. September 2011, haben die Mitgliedsorganisationen der Niedersächsische AIDS-Hilfe Landesverband e.V. (NAH) auf ihrer Landeskonferenz in Osnabrück die Umstrukturierung im größten Arbeitsfeld von Aidshilfen beschlossen. Ab 2012 startet die Umsetzung der neu ausgerichteten Präventionsarbeit für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM).
"Mit dem neuen Modell hat die Aidshilfe die landesweite Prävention professionalisiert, die Akteure vernetzt, die Ressourcen gebündelt und in dem Flächenland Niedersachsen punktuell regional mobilisierbar gemacht", sagt Jörn Jan Leidecker, Vorstandsmitglied der NAH. "Nun sind alle - Mitglieder und Nichtmitglieder der NAH gleichermaßen - eingeladen, sich in der MSM-spezifischen Pävention zu engagieren".
Im schwulen Bereich wird die Prävention zukünftig unter einem gemeinsamen Label auf eine breitere Basis in Niedersachsen gestellt: Externe Gruppen, Vereine und Multiplikatoren (z.B. Stammtische, Jugendgruppen, Ärzte, Gesundheitsämter) werden in den neuen "Fachbereich MSM" gleichberechtigt mit den Aidshilfen eingebunden. Die NAH als Verantwortliche für das Label koordiniert die landes- weiten Aktionen. Zu den Aufgaben der NAH gehören die Einrichtung einer landesweiten Internetseite, die Fortbildung der ehren- und hauptamtlichen Präventionisten sowie die Einberufung eines beratenden Kooperationsbeirates auf Landesebene.
Die inhaltliche Steuerung und autonome Ausgestaltung der Prävention liegt beim MSM-Präventionsrat. Dieses Entscheidungs- gremium und Impulsgeber setzt sich aus den verschiedenen Akteuren der Gesundheitsförderung in Niedersachsen (Community, Ehrenamt, Ärzte und Gesundheitsämter u.a.) zusammen, die die gemeinsame Charta unterzeichnen.
Andreas Paruszewski, Landeskoordinator für MSM-Prävention in der NAH, erklärt: "Mit der neuen Präventionsstrategie werden sich die Aidshilfen öffnen und verbreitern. Wir wollen damit auch in Zukunft eine landesweite Prävention gewährleisten, die in ihrer Vielfalt so unterschiedlich ist, wie die Zielgruppen, deren Bedürfnisse und deren Lebenswelten, an die sie sich richtet."