Rosa Tipps
Link Innovation GmbH

Laß Dich nicht verarschen!

Auch 2005 gab es wieder originelle Plakate und witzige Aktionen für sicheren Sex: Mit Ironie widmetete sich diese Kampage dem Schwerpunkthema „Barebacking“und trifft damit die Bedürfnisse der Zielgruppe.
 
Abschluss-Motiv der Kampagne (Dezember 2005)
Zur Kampagne gehören insgesamt sechs bekannte, „präventativ“ verfremdete Werbemotive, die als Plakate und Postkarten zu verbreitet wurden. „Lass Dich nicht verarschen“ ist auch das Motto der Veranstaltungen in Niedersachsens Städten und Regionen, die die Veröffentlichung der Motive flankierten.
Die ersten beiden Motive zeigen zum Beispiel eine Salatgurke, die sich als Banane ausgibt; Oder einen zünftigen Cowboy mit blankem Hinterteil. Ein weiteres Motiv spielt auf Qualitätssiegel der Lebensmittelindustrie an und macht deutlich, dass es so etwas im Bereich der Gesundheit nicht gibt.
 
 
 

Spiel mit Ironie - ernster Hintergrund

Alle Männer, die Sex mit Männern haben, sollen angeprochen werden. Die leicht irritierenden Motive helfen, locker ins Gespräch zu kommen über riskante Sexpraktiken, trügerische Legenden und Ansteckungsrisiken. Hintergrund ist die nahezu unverändert hohe Rate von Neuinfektionen und die Tatsache, dass AIDS zunehmend aus dem Bewusstsein verdrängt und für eine mittlerweile behandelbare Krankheit gehalten wird. Deshalb setzt hin und wech in diesem Jahr die thematischen Schwerpunkte u.a. auf ungeschützten Analverkehr, den vermeintlichen Verhütungseffekt von Gleitgel sowie die gravierenden Auswirkungen von Infektionen mit HIV und Hepatitis.
Ziel ist, mehr Bewusstsein in der Szene zu schaffen und das Selbstbewusstsein des Einzelnen stärken.
 
 

Thema „Barebacking“ passgenau platziert

Motiv "Barebacking"
Das Material zur neuen Präventionskampagne war heiß begehrt. Die Nachfrage nach den
Plakaten und Postkarten war noch nie so groß, insbesondere nach dem bunten Bananenmotiv.
Das zweite Motiv (Cowboy) zum Thema Barebacking hat das richtige
Thema zum richtigen Zeitpunkt aufgegriffen: Barebacking ist ein Begriff, der von HIV-infizierten schwulen Männern geprägt wurde, die untereinander bewusst auf Safer Sex verzichten wollten – da sie ja schon HIV-infiziert waren. Mittlerweile suchen aber auch HIV-negative und ungetestete schwule Männer vermehrt Bareback-Sex.
Häufig sind damit alle Arten von ungeschütztem Sex gemeint. Die Hannöversche AIDS-Hilfe
hat am gemeinsamen Informationsstand mit hin und wech beim schwul-lesbischen Straßenfest
„Flammende Herzen“ am Pfingstsonntag 2005 eine Umfrage zum Thema Barebacking gemacht.
147 schwule Männer haben sich daran beteiligt. Die Auswertung der zwölf Fragen kann hier abgerufen werden: Auswertung der Umfrage.
 
Die Deutsche AIDS-Hilfe hat den Cowboy als bundesweites Plakat für den Christopher Street
Day übernommen.
 
 
Übersicht der Kampagnen

Barebacking verwirrt Hannover
Zum schwul­lesbischen Straßenfest „Flammende Herzen“ am Pfingstsonntag 2005 in Hannover startete das neue Motiv des niedersächsischen Präventions­projekts „Hin-und-wech“.
Das Safer Sex Team der Hannöverschen AIDS-Hilfe nahm das Motiv „Echte Kerle reiten ohne Sattel? Lass dich nicht verarschen! Barebacking bedroht deine Gesundheit!“ zum Anlass, zu den Themen Barebacking und Unsafe Sex ins Gespräch zu kommen. Denn neben guten und neuen medialen Präventions­konzepten, wie „Hin-und-wech“ sie in diesem Jahr mit seiner Kampagne vorgelegt hat, ist die personalkommunikative und kontinuierliche – damit auch personalintensive – Vor-Ort-Arbeit ein wesentlicher Bestandteil für nachhaltige Prävention. Der gute Rücklauf der Fragebögen, der Spaß am Stand und beim Safer Sex Lotto der Aidshilfe und viele Rückmeldungen durch Besucher belegen den Erfolg der Aktion.